Glossar
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- Abmoosen
- Vermehrung an der Mutterpflanze: Ein Trieb wird leicht eingeschnitten, mit feuchtem Moos und Folie umwickelt und erst abgetrennt, wenn sich an der Wunde Wurzeln gebildet haben.
- Alkaloide
- Stickstoffhaltige Pflanzenstoffe, die schon in kleinen Mengen stark auf den Körper wirken können. Viele Pflanzen schützen sich damit vor Fraß; Beispiele sind Koffein, Nikotin und das Lycorin der Amaryllisgewächse.
- Ausläufer
- Dünner, oft langer Seitentrieb, der aus der Pflanze herauswächst und dort, wo er den Boden berührt, Wurzeln und eine neue Tochterpflanze bildet.
B
- Blütenstiel
- Der Stiel, an dem die Blütendolde einer Wachsblume sitzt. Er bleibt nach der Blüte an der Pflanze, und an ihm können wieder neue Blüten entstehen – deshalb nicht abschneiden.
- Brutzwiebel
- Kleine Tochterzwiebel, die seitlich am Grund einer Zwiebel wächst. Mit eigenen Wurzeln lässt sie sich abtrennen und einzeln eintopfen.
C
- Calciumoxalat
- Salz der Oxalsäure. Viele Pflanzen, darunter die Aronstabgewächse, lagern es als feine, nadelförmige Kristalle in ihren Zellen ein. Beim Kauen stechen sie in Mund und Rachen und reizen die Schleimhäute.
- CAM-Photosynthese
- Wassersparende Form der Photosynthese (Crassulaceen-Säurestoffwechsel). Die Pflanze öffnet ihre Spaltöffnungen nachts, speichert das aufgenommene CO₂ als Äpfelsäure und verarbeitet es tagsüber bei geschlossenen Poren. Typisch für Kakteen und andere Sukkulenten.
- Caudex
- Stark verdickte Basis von Stamm oder Wurzel, in der eine Pflanze Wasser speichert. Beim Elefantenfuß ist es die knollige, an einen Elefantenfuß erinnernde Stammbasis.
- Cyathium
- Blütenstand der Wolfsmilchgewächse: ein kleines grün-gelbes Becherchen voller winziger Blüten, das selbst wie eine einzelne Blüte aussieht. Beim Weihnachtsstern sitzen die Cyathien in der Mitte der farbigen Hochblätter – das sind umgebildete Blätter, keine Blütenblätter.
D
- Drainage
- Abzugsschicht im Topf (z. B. Blähton, grober Kies) plus Abzugsloch, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet.
E
- Epiphyt
- Aufsitzerpflanze: Sie wächst auf Bäumen statt im Boden, ohne den Baum anzuzapfen. Wasser und Nährstoffe holt sie sich aus Regen, Luft und zersetztem Laub in Astgabeln.
F
- Fingerprobe
- Den Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde stecken: Fühlt sie sich trocken an, darfst du gießen. Einfacher und zuverlässiger als jeder Gießkalender.
H
- Halbepiphyt
- Pflanze, die als Aufsitzer hoch oben auf einem Baum keimt und erst später mit langen Wurzeln den Boden erreicht – wie viele tropische Feigen. Ein reiner Epiphyt bleibt dagegen sein Leben lang ohne Bodenkontakt.
- Hochblatt
- Umgebildetes Blatt am Blütenstand. Beim Einblatt und anderen Aronstabgewächsen heißt es Spatha: ein auffälliges, oft gefärbtes Blatt, das den Kolben mit den winzigen Blüten umhüllt und wie eine große Blüte wirkt.
K
- Kindel
- Junge Tochterpflanze, die an der Mutterpflanze (oft aus dem Wurzelstock) austreibt und sich abtrennen und einzeln eintopfen lässt.
- Kurztagpflanze
- Pflanze, die erst Blüten ansetzt, wenn die Nächte lang genug werden – also im Herbst. Schon eine Lampe am Abend kann die lange Nacht unterbrechen und die Blüte verhindern.
L
- Luftwurzel
- Wurzel, die oberirdisch aus dem Stamm wächst. Kletterpflanzen halten sich damit an Bäumen oder am Moosstab fest, manche nehmen darüber auch Wasser auf.
N
- Nyktinastie
- Schlafbewegung von Blättern im Tag-Nacht-Rhythmus: Pflanzen wie Korbmaranten falten ihre Blätter abends nach oben zusammen und öffnen sie am Morgen wieder – deshalb heißen ihre Verwandten im Englischen auch „Prayer Plants“ (Gebetspflanzen).
P
- panaschiert
- Mehrfarbig gemustert: Blätter mit weißen, gelben oder cremefarbenen Rändern oder Flecken, weil dort weniger Blattgrün (Chlorophyll) gebildet wird.
R
- Rhizom
- Unterirdischer, meist waagerecht wachsender Spross („Wurzelstock“), der Wasser und Nährstoffe speichert und aus dem neue Triebe austreiben.
- Ruhezeit
- Pause, in der eine Pflanze kaum oder gar nicht wächst. Zwiebelpflanzen ziehen dabei die Blätter ein und zehren von ihren Vorräten – viele brauchen diese kühle, trockene Phase, um neue Blüten anzulegen.
S
- Saponine
- Pflanzliche Bitterstoffe, die in Wasser schäumen. In größeren Mengen reizen sie Schleimhäute und Magen-Darm-Trakt – bei Haustieren typisch: Speicheln, Erbrechen, Durchfall.
- Sporen
- Winzige Fortpflanzungszellen von Farnen, Moosen und Pilzen. Farne bilden sie in kleinen Häufchen (Sori) auf der Unterseite der Wedel – statt Blüten und Samen.
- Staunässe
- Wasser, das im Topf oder Übertopf stehen bleibt. Die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff mehr und beginnen zu faulen – die häufigste Todesursache von Zimmerpflanzen.
- Sukkulente
- Pflanze, die in dicken, fleischigen Blättern, Stämmen oder Wurzeln Wasser speichert und so lange Trockenzeiten übersteht. Beispiele: Kakteen, Aloe, Bogenhanf.
W
- Warzen
- Kleine, kegelförmige Höcker auf dem Körper mancher Kakteen, botanisch Tuberkel. Auf ihrer Spitze sitzen die Dornen.
- Wedel
- So heißen die Blätter von Farnen (und Palmen). Beim Farn rollen sie sich beim Austreiben wie ein Bischofsstab aus und sind meist in viele Fiederblättchen geteilt.
- Winterruhe
- Kühle, trockene Pause im Winter, in der viele Kakteen und Sukkulenten kaum wachsen. Die Pflanze behält ihre Blätter, braucht aber nur sehr wenig Wasser und keinen Dünger.
Z
- zweihäusig
- Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Früchte und Samen bilden sich nur, wenn eine weibliche Pflanze von einer männlichen bestäubt wird.