Viridothek
Foto: Maja Dumat, CC BY 2.0

Große, glänzende Blätter an einem kräftigen Stamm: Der Gummibaum ist ein robuster Zimmerbaum, der auch mit etwas weniger Licht zurechtkommt.

Was er dir bringt

Der Gummibaum gilt als robuste, unkomplizierte Zimmerpflanze1. Seine ledrigen, glänzenden Blätter werden 30 bis 45 Zentimeter lang, oft mit bronzefarbener Unterseite2. Im Zimmer wird er meist 0,6 bis 3 Meter hoch; schneidest du die Haupttriebe, wächst er buschiger3.

Herkunft & Geschichte

Wild wächst der Gummibaum von Nepal und Nordostindien bis nach Südwestchina und in den Westen Malesiens, etwa auf Sumatra und Java6. Dort wird er bis zu 30 Meter hoch3. Oft keimt er als Halbepiphyt auf einem anderen Baum und umschließt ihn als Würgefeige mit seinen Luftwurzeln7.

HerkunftNepal, Bhutan, Indien, Bangladesch, China, Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Malaysia, IndonesienNatürliches Verbreitungsgebiet (vereinfacht). Quelle: Plants of the World Online (Kew).

Sein Artname elastica verweist auf den Milchsaft, aus dem früher Kautschuk gewonnen wurde3; dafür wurde er schon vor und während der Kolonialzeit angebaut7. Im indischen Meghalaya ziehen die Khasi und Jaintia aus seinen Luftwurzeln lebende Brücken über Flüsse – bis zu rund 50 Meter lang und teils mehrere Hundert Jahre alt7.

Vorsicht

Die Giftzentrale Bonn stuft Gummibäume als gering giftig ein: Selten reizt der Milchsaft die Schleimhäute, nach dem Verzehr von Blättern kam es zu Erbrechen und Bauchschmerzen. Nur nach sehr großen Mengen wurden Krämpfe beschrieben8. Für Katzen und Hunde nennt die ASPCA bei seiner nahen Verwandten, der Birkenfeige (Ficus benjamina), Reizungen von Magen, Darm und Haut9. Der klebrige weiße Saft kann die Haut reizen und Allergien verstärken – beim Schneiden Handschuhe tragen1.

Pflege

Licht. Am liebsten hell, aber gefiltert oder indirekt2; etwas Morgen- oder Abendsonne verträgt er, buntblättrige Sorten brauchen mehr Licht1. Halbschatten geht auch, Nachmittagssonne dagegen nicht3.

Wasser. Im Sommer regelmäßig mit zimmerwarmem Wasser gießen und die Erde dazwischen leicht antrocknen lassen – als Faustregel, wenn die oberen 2–3 cm trocken sind. Im Winter nur leicht feucht halten. Zu viel Wasser ist meist die Ursache für plötzlichen Blattfall1.

Temperatur & Luftfeuchte. Gleichmäßig warm ohne Zugluft1, ideal 18–27 °C; unter 15 °C drohen Kälteschäden10. Mittlere Luftfeuchte3; bei trockener Luft hilft eine Schale mit feuchtem Kies1.

Erde, Topf & Umtopfen. Zimmerpflanzenerde2 oder torffreie, lehmhaltige Erde mit feinem Rindenhumus1. Alle 2–3 Jahre umtopfen, dazwischen jährlich die oberste Erdschicht erneuern2.

Düngen. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer1 etwa monatlich mit stickstoffbetontem Dünger2.

Extras

Typisch sind seine rosa bis purpurnen Nebenblätter. Am häufigsten ist die Sorte 'Robusta' mit tiefgrünen, wachsigen Blättern; daneben gibt es panaschierte Sorten. Wisch die großen Blätter ab und zu mit einem feuchten Tuch ab. Blüten bildet er im Zimmer nur selten. Ungeschnitten wächst er hoch, schmal und baumartig3.

Typisch für den Gummibaum sind die rosa bis purpurnen Nebenblätter an jedem neuen Blatt.
Typisch für den Gummibaum sind die rosa bis purpurnen Nebenblätter an jedem neuen Blatt.Foto: 4028mdk09, CC BY-SA 3.0

Symptome & Hilfe

zu wenigzu viel
Wasser

Blätter werden gelb und fallen ab, die Erde bleibt lange nass. → Seltener gießen, Übertopf ausleeren und die Erde vor dem nächsten Gießen antrocknen lassen.

Licht

Grüne Blätter fallen ab. → Heller stellen, gern mit etwas Morgen- oder Abendsonne – und dann dort lassen.

Trockene, eingeschrumpfte oder verbrannte Blätter. → Vor praller Mittags- und Nachmittagssonne schützen.

Dünger

Blätter fallen ab, obwohl Licht und Gießen passen. → Ein paar Monate nicht düngen, danach sparsamer.

Wärme

Blätter fallen plötzlich ab – oft im Winter oder in kalter Zugluft. → Wärmer und zugfrei stellen, nicht unter 15 °C.

Zum Mitnehmen

PflanzenkarteVorder- und Rückseite im Format A6 quer – zum Ausdrucken und Danebenstellen
PDF ↓
Steckschild: NameSteckschild mit dem Namen „Gummibaum“
STL ↓3MF ↓SVG ↓
Steckschild: Botanischer NameSteckschild mit dem botanischen Namen Ficus elastica – in jeder Sprache gleich
STL ↓3MF ↓SVG ↓
Steckschild: KomplettName, botanischer Name, Licht und Wasser als Symbole und ein QR-Code zu dieser Seite
STL ↓3MF ↓SVG ↓

Hinweise zu den Dateien: Drucken & Gravieren

Lizenz und Namensnennung für die Steckschilder: Lies-mich (TXT)

Quellen

  1. Royal Horticultural Society: How to grow ornamental figs. RHS Growing Guides. https://www.rhs.org.uk/plants/popular/ornamental-figs/growing-guide (abgerufen am 12.10.2026)
  2. Royal Horticultural Society: Ficus elastica – rubber plant. RHS Find a Plant. https://www.rhs.org.uk/plants/95720/ficus-elastica/details (abgerufen am 12.10.2026)
  3. North Carolina State University Extension: Ficus elastica. North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/ficus-elastica/ (abgerufen am 12.10.2026)
  4. Wolverton, B. C., Johnson, A. & Bounds, K. (1989): Interior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement. NASA Technical Memorandum TM-101766. https://ntrs.nasa.gov/citations/19930073077
  5. Cummings, B. E. & Waring, M. S. (2020): Potted plants do not improve indoor air quality: a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology 30, 253–261. doi:10.1038/s41370-019-0175-9
  6. Royal Botanic Gardens, Kew: Ficus elastica Roxb. ex Hornem. Plants of the World Online. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:60458499-2 (abgerufen am 12.10.2026)
  7. Ludwig, F., Middleton, W., Gallenmüller, F., Rogers, P. & Speck, T. (2019): Living bridges using aerial roots of Ficus elastica – an interdisciplinary perspective. Scientific Reports 9, 12226. doi:10.1038/s41598-019-48652-w
  8. Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn: Gummibaumarten (Ficus). Giftzentrale Bonn – Pflanzen. https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/gummibaumarten (abgerufen am 12.10.2026)
  9. ASPCA Animal Poison Control Center: Fig (Ficus benjamina). Toxic and Non-Toxic Plant List. https://www.aspca.org/pet-care/animal-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants/fig (abgerufen am 12.10.2026)
  10. Chen, J., McConnell, D. B., Henny, R. J. & Everitt, K. C. (2003): Cultural Guidelines for Commercial Production of Interiorscape Ficus. UF/IFAS Extension, ENH879/EP136. https://edis.ifas.ufl.edu/publication/EP136 (abgerufen am 12.10.2026)
  11. Iowa State University Extension and Outreach: How can I propagate a rubber tree? Yard and Garden FAQ. https://yardandgarden.extension.iastate.edu/faq/how-can-i-propagate-rubber-tree (abgerufen am 12.10.2026)
  12. Berger, J., Essah, E. & Blanuša, T. (2024): The impact of plants on the humidity of naturally-ventilated office indoor environments. Journal of Building Engineering 86, 108814. doi:10.1016/j.jobe.2024.108814
  13. Royal Horticultural Society: How to take cuttings from houseplants. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/types/houseplants/how-to-take-cuttings-from-houseplants (abgerufen am 14.10.2026)
  14. DelPrince, J. M. & Perry, J. H. (2021): Care & Selection of Indoor Plants. Mississippi State University Extension, Publication 1012. https://extension.msstate.edu/publications/care-selection-indoor-plants (abgerufen am 11.10.2026)
  15. Royal Horticultural Society: Palms: indoors. RHS Advice. https://www.rhs.org.uk/plants/types/trees/indoor-palms (abgerufen am 12.10.2026)