Viridothek
Foto: W.carter, CC0

Lange, gestreifte Blätter, die wie ein Springbrunnen überhängen, und an langen Stielen jede Menge Ableger. Robust, ungiftig und schnell vermehrt – die Pflanze zum Weiterschenken.

Was sie dir bringt

Die Grünlilie gilt als eine der einfachsten Zimmerpflanzen überhaupt1. In ihren dicken, fleischigen Wurzeln speichert sie Wasser und übersteht so auch mal eine vergessene Gießrunde2. Und sie ist ungiftig – für Katzen und Hunde3 genauso wie für Menschen4. Dazu bildet sie an langen Stielen kleine Ableger, die gern verschenkt werden. So ist sie zu einer der verbreitetsten Zimmerpflanzen der Welt geworden5.

Herkunft & Geschichte

Wild wächst die Grünlilie im tropischen Westafrika bis Kamerun und von Äthiopien bis Südafrika8. In Südafrika findest du sie im Unterwuchs bewaldeter Flusstäler, in Gebüschen und an Felswänden, von der Küste bis über 1000 Meter Höhe5.

HerkunftSierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea, São Tomé und Príncipe, Sudan, Südsudan, Äthiopien, Uganda, Kenia, Burundi, Tansania, Sambia, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Eswatini, SüdafrikaNatürliches Verbreitungsgebiet (vereinfacht). Quelle: Plants of the World Online (Kew).

Carl Peter Thunberg, der „Vater der südafrikanischen Botanik“, hat sie 1794 beschrieben. Ihr Artname comosum geht auf griechisch kome, Haarschopf, zurück und meint die Blattrosette. Die Nguni in Südafrika nutzen sie traditionell als Heilpflanze und als Schutz für Mutter und Kind5.

Vorsicht

Gute Nachricht: Die Grünlilie ist für Katzen und Hunde ungiftig3, und die Giftzentrale Bonn stuft sie auch für Menschen als ungiftig ein. Zum Essen ist sie trotzdem nicht gedacht: Größere Mengen können Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit auslösen4.

Pflege

Licht. Hell, aber ohne direkte Sonne – pralle Sommersonne verbrennt die Blätter. Mit weniger Licht kommt sie zurecht, wächst dann aber langsamer, und die Streifen verblassen1.

Wasser. Halte die Erde leicht feucht1 und lass die Oberfläche zwischen dem Gießen antrocknen9 – als Faustregel im Sommer etwa einmal pro Woche, im Winter seltener. Wasser im Übertopf weggießen. Fluorid im Leitungswasser kann die Spitzen bräunen, Regenwasser ist ideal1.

Temperatur & Luftfeuchte. Tagsüber 18–24 °C, nachts gern etwas kühler9, möglichst nicht unter 10 °C10. Normale Raumluft reicht – nur nicht direkt an die Heizung stellen1.

Erde, Topf & Umtopfen. Torffreie Zimmerpflanzenerde1 und ein Topf mit Abzugsloch. In einer Ampel kommen die überhängenden Stiele schön zur Geltung11. Umtopfen alle ein bis zwei Jahre in einen etwas größeren Topf1. Die meisten Kindel bildet sie, wenn es im Topf leicht eng ist2; ein zu großer Topf bremst die Blüte1.

Düngen. Von April bis September etwa alle zwei Monate Flüssigdünger1; zu viel Dünger bremst die Ableger11.

Extras

Die kleinen weißen Sternblüten sitzen an denselben Stielen wie die Kindel. Angeregt werden diese Stiele durch kurze Tage: Bekommt die Grünlilie mindestens drei Wochen lang weniger als zwölf Stunden Licht am Tag, legt sie sie an11. Bekannte Sorten sind 'Vittatum' mit weißem Mittelstreifen und 'Variegatum' mit weißen Rändern2.

Blüten und Kindel wachsen am selben Stiel.
Blüten und Kindel wachsen am selben Stiel.Foto: W.carter, CC0
Die Sorte 'Vittatum' trägt einen breiten, cremeweißen Mittelstreifen.
Die Sorte 'Vittatum' trägt einen breiten, cremeweißen Mittelstreifen.Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0

Symptome & Hilfe

zu wenigzu viel
Wasser

Blätter werden blass und matt, die Spitzen braun. → Gründlich gießen und künftig regelmäßiger. Braune Spitzen kannst du abschneiden.

Die Erde bleibt dauernd nass, die Pflanze schwächelt, Wurzeln faulen. → Austopfen, faule Wurzeln entfernen, in frische, durchlässige Erde setzen und sparsamer gießen.

Licht

Langsames Wachstum, gelbliche Blätter, die Streifen verblassen, kaum Kindel. → Heller stellen, aber nicht in die pralle Sonne.

Gelbe bis braune, verbrannte Stellen – vor allem im Sommer. → Aus der direkten Sonne nehmen und verbrannte Blätter abschneiden.

Dünger

Wächst kaum noch, obwohl der Platz hell ist. → In frische Erde umtopfen oder von April bis September alle zwei Monate düngen.

Braune Blattspitzen, kaum Kindel. → Erde kräftig durchspülen und ein paar Monate nicht düngen.

Wärme

Bildet keine Blüten und Kindel. → Wärmer stellen und im Winter etwas Abstand zum kalten Fenster und zur Zugluft halten.

Zum Mitnehmen

PflanzenkarteVorder- und Rückseite im Format A6 quer – zum Ausdrucken und Danebenstellen
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Steckschild: NameSteckschild mit dem Namen „Grünlilie“
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Steckschild: Botanischer NameSteckschild mit dem botanischen Namen Chlorophytum comosum – in jeder Sprache gleich
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Lizenz und Namensnennung für die Steckschilder: Lies-mich (TXT)

Quellen

  1. Royal Horticultural Society: How to grow spider plants. RHS Growing Guides. https://www.rhs.org.uk/plants/spider-plants/growing-guide (abgerufen am 11.10.2026)
  2. Mahr, S. (2025): Spider plant, Chlorophytum comosum. University of Wisconsin–Madison Division of Extension, Wisconsin Horticulture. https://hort.extension.wisc.edu/articles/spider-plant-chlorophytum-comosum/ (abgerufen am 11.10.2026)
  3. ASPCA Animal Poison Control Center: Spider Plant (Chlorophytum comosum). Toxic and Non-Toxic Plant List. https://www.aspca.org/pet-care/animal-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants/spider-plant (abgerufen am 11.10.2026)
  4. Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn: Grünlilie. Giftzentrale Bonn – Pflanzen. https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/gruenlilie (abgerufen am 17.10.2026)
  5. van Jaarsveld, E. J. (2012): Chlorophytum comosum. PlantZAfrica, South African National Biodiversity Institute (SANBI). https://pza.sanbi.org/chlorophytum-comosum (abgerufen am 11.10.2026)
  6. Wolverton, B. C., Johnson, A. & Bounds, K. (1989): Interior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement. NASA Technical Memorandum TM-101766. https://ntrs.nasa.gov/citations/19930073077
  7. Cummings, B. E. & Waring, M. S. (2020): Potted plants do not improve indoor air quality: a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology 30, 253–261. doi:10.1038/s41370-019-0175-9
  8. Royal Botanic Gardens, Kew: Chlorophytum comosum (Thunb.) Jacques. Plants of the World Online. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:532810-1 (abgerufen am 11.10.2026)
  9. Russ, K. & Pertuit, A. (rev. Franklin, N. J.) (2025): Spider Plant (Chlorophytum comosum). Clemson Cooperative Extension, Home & Garden Information Center, HGIC 1513. https://hgic.clemson.edu/factsheet/spider-plant/ (abgerufen am 11.10.2026)
  10. Royal Horticultural Society: Chlorophytum comosum (spider plant). RHS Plants. https://www.rhs.org.uk/plants/3761/spider-plant/details (abgerufen am 11.10.2026)
  11. NC State Extension: Chlorophytum comosum. North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/chlorophytum-comosum (abgerufen am 11.10.2026)
  12. Berger, J., Essah, E. & Blanuša, T. (2024): The impact of plants on the humidity of naturally-ventilated office indoor environments. Journal of Building Engineering 86, 108814. doi:10.1016/j.jobe.2024.108814
  13. Royal Horticultural Society: How to take cuttings from houseplants. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/types/houseplants/how-to-take-cuttings-from-houseplants (abgerufen am 14.10.2026)
  14. DelPrince, J. M. & Perry, J. H. (2021): Care & Selection of Indoor Plants. Mississippi State University Extension, Publication 1012. https://extension.msstate.edu/publications/care-selection-indoor-plants (abgerufen am 11.10.2026)