Viridothek
Foto: Surtsicna, CC BY 4.0

Klein, stachelig und genügsam: Der Warzenkaktus will viel Sonne, wenig Wasser und einen kühlen, trockenen Winter. Dann dankt er es mit einem Kranz aus Blüten.

Was er dir bringt

Warzenkakteen bleiben klein – beliebte Arten wie M. zeilmanniana und M. elongata werden nur 10 bis 15 cm hoch1,2 – und passen auf jede sonnige Fensterbank. Ihre trichterförmigen Blüten erscheinen meist als Kranz rund um den Scheitel1, je nach Art weiß, gelb, rosa oder rot3. Trockene Heizungsluft macht ihnen nichts aus4, und sie gelten als ungiftig3.

Herkunft & Geschichte

Wild wachsen Warzenkakteen vom Süden der USA über Mexiko und Mittelamerika bis nach Kolumbien und Venezuela sowie auf vielen Karibikinseln8. Der Name kommt vom lateinischen mammilla, „Brustwarze“ – gemeint sind die Warzen, die den Körper bedecken3.

HerkunftVereinigte Staaten, Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Kolumbien, Venezuela, Bahamas, Turks- und Caicosinseln, Kuba, Jamaika, Haiti, Dominikanische Republik, Puerto Rico, Trinidad und Tobago, Aruba, CuraçaoNatürliches Verbreitungsgebiet (vereinfacht). Quelle: Plants of the World Online (Kew).

Die Gattung umfasst rund 150 Arten3, viele davon gibt es im Handel: etwa die rosa blühende M. zeilmanniana, die unter weißen Dornen verhüllte M. plumosa oder M. elongata mit fingerförmigen Trieben. Gepflegt werden sie alle gleich1,9,2.

Vorsicht

Für Menschen gelten Warzenkakteen als ungiftig3; die ASPCA führt M. fragilis als ungiftig für Katzen und Hunde10. Verletzen können aber die Dornen3. Zum Anfassen nimmst du einen Ofenhandschuh oder einen Streifen gefaltetes Zeitungspapier4.

Pflege

Licht. Volle Sonne, das ganze Jahr auf einer sonnigen Fensterbank4,1. Im Hochsommer verträgt er nachmittags etwas Schatten3.

Wasser. Im Frühling und Sommer gründlich gießen, wenn die Erde trocken ist, und das Wasser ablaufen lassen3,4. Von November bis Anfang März nur so viel, dass er nicht schrumpelt. Am besten mit Regenwasser4.

Temperatur & Luftfeuchte. Im Sommer gern warm, um 21–27 °C3, im Winter kühl bei nachts 8–10 °C4. Frost verträgt er nicht1. Trockene Luft ist ihm recht4.

Erde, Topf & Umtopfen. Torffreie Kakteenerde in einem Topf, der nicht zu groß ist – sonst bleibt die Erde zu lange nass4. Flache Tontöpfe trocknen schneller ab11. Alle zwei bis drei Jahre im Frühling umtopfen3,4.

Düngen. Von April bis September einmal im Monat Kakteendünger oder kaliumreichen Flüssigdünger wie Tomatendünger4.

Extras

Für Blüten hilft ihm die kühle, fast trockene Ruhezeit im Winter und das ganze Jahr viel Licht4. Genau hier ist er das Gegenstück zum Weihnachtskaktus: Der stammt aus dem Regenwald, blüht im Winter und will dann regelmäßig Wasser4.

Häufigste Schädlinge sind Wollläuse1,3.

Typisch für Warzenkakteen – die Blüten öffnen sich als Kranz rund um den Scheitel, hier bei *M. zeilmanniana*.
Typisch für Warzenkakteen – die Blüten öffnen sich als Kranz rund um den Scheitel, hier bei *M. zeilmanniana*.Foto: Miwasatoshi, CC BY-SA 4.0

Symptome & Hilfe

zu wenigzu viel
Wasser

Der Körper schrumpelt, wächst kaum oder verformt sich. → Im Frühling und Sommer gründlich gießen, sobald die Erde trocken ist. Im Winter nur, wenn er schrumpelt.

Weiche, faulige Stellen, Blasen auf der Haut, kaum Wachstum. → Erde ganz austrocknen lassen, kein Wasser im Übertopf stehen lassen. Im Winter fast trocken halten.

Licht

Er wächst schwach und verformt und bildet kaum Blüten. → Ans hellste, sonnigste Fenster stellen und langsam an die Sonne gewöhnen.

Braune Flecken auf der Haut, die schrumpfen und verschorfen (Korkschorf). → Bedingungen langsam ändern – an heißen Tagen nachmittags schattieren.

Dünger

Im Sommer kaum Zuwachs und wenige Blüten. → Von April bis September einmal im Monat Kakteendünger oder kaliumreichen Flüssigdünger geben.

Wärme

Verfärbte Flecken auf der Haut, Teile sterben ab. → Frostfrei und über 5 °C halten. Im Winter kühl, aber trocken – nachts etwa 8–10 °C.

Zum Mitnehmen

PflanzenkarteVorder- und Rückseite im Format A6 quer – zum Ausdrucken und Danebenstellen
PDF ↓
Steckschild: NameSteckschild mit dem Namen „Warzenkaktus“
STL ↓3MF ↓SVG ↓
Steckschild: Botanischer NameSteckschild mit dem botanischen Namen Mammillaria – in jeder Sprache gleich
STL ↓3MF ↓SVG ↓
Steckschild: KomplettName, botanischer Name, Licht und Wasser als Symbole und ein QR-Code zu dieser Seite
STL ↓3MF ↓SVG ↓

Hinweise zu den Dateien: Drucken & Gravieren

Lizenz und Namensnennung für die Steckschilder: Lies-mich (TXT)

Quellen

  1. Royal Horticultural Society: Mammillaria zeilmanniana (rose pincushion). RHS Plants. https://www.rhs.org.uk/plants/106181/mammillaria-zeilmanniana/details (abgerufen am 14.10.2026)
  2. Royal Horticultural Society: Mammillaria elongata (ladyfinger cactus). RHS Plants. https://www.rhs.org.uk/plants/10815/mammillaria-elongata/details (abgerufen am 14.10.2026)
  3. NC State Extension: Mammillaria. North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/mammillaria/ (abgerufen am 14.10.2026)
  4. Royal Horticultural Society: How to grow houseplant cacti and succulents. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/types/cacti-succulents/houseplants/growing-guide (abgerufen am 14.10.2026)
  5. Son, K.-C., Ryu, M.-H. & Park, W.-K. (1999): Effects of Cacti on the Protection against Low Frequency Electromagnetic Waves Radiated from Computer Monitor. Horticultural Science & Technology 17(6), 773–776. https://koreascience.kr/article/JAKO199928066987548.page (abgerufen am 14.10.2026)
  6. Calp, M. H., Topaloğlu, N., Erensayın, E. & Savaş, S. (2019): Effect of Cactus Plants on Magnetic Fields Bruited by Computer Screens. Gümüşhane Üniversitesi Fen Bilimleri Enstitüsü Dergisi 9, 70–79. doi:10.17714/gumusfenbil.393173
  7. Cummings, B. E. & Waring, M. S. (2020): Potted plants do not improve indoor air quality: a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology 30, 253–261. doi:10.1038/s41370-019-0175-9
  8. Royal Botanic Gardens, Kew: Mammillaria Haw. Plants of the World Online. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:331750-2 (abgerufen am 14.10.2026)
  9. Royal Horticultural Society: Mammillaria plumosa (feather cactus). RHS Plants. https://www.rhs.org.uk/plants/10832/mammillaria-plumosa/details (abgerufen am 14.10.2026)
  10. ASPCA Animal Poison Control Center: Thimble Cactus (Mammillaria fragilis). Toxic and Non-Toxic Plant List. https://www.aspca.org/pet-care/aspca-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants/thimble-cactus (abgerufen am 14.10.2026)
  11. Steil, A. (2024): Growing Succulents Indoors. Iowa State University Extension and Outreach, Yard and Garden. https://yardandgarden.extension.iastate.edu/how-to/growing-succulents-indoors (abgerufen am 14.10.2026)
  12. Lüttge, U. (2004): Ecophysiology of Crassulacean Acid Metabolism (CAM). Annals of Botany 93, 629–652. doi:10.1093/aob/mch087
  13. Royal Horticultural Society: How to take cuttings from houseplants. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/types/houseplants/how-to-take-cuttings-from-houseplants (abgerufen am 14.10.2026)