Was er dir bringt
Der Bogenhanf ist eine Sukkulente: Er speichert Wasser in seinen dicken Blättern und betreibt CAM-Photosynthese – er öffnet seine Spaltöffnungen vor allem nachts und verliert so tagsüber kaum Wasser1. Für dich heißt das: Er verzeiht vergessenes Gießen wie kaum eine andere Pflanze. Zur Luftbefeuchtung trägt er aus demselben Grund aber kaum etwas bei2.
Was er wirklich kann: dein Zuhause grüner und gemütlicher machen. Schon der Umgang mit Zimmerpflanzen – etwa das Umtopfen – senkte in einer kleinen Studie Stresswerte wie den diastolischen Blutdruck und die Aktivität des sympathischen Nervensystems3.
Herkunft & Geschichte
Der Bogenhanf stammt aus dem tropischen West- und Zentralafrika – von Nigeria über Kamerun und Gabun bis in den Kongo, vereinzelt bis nach Tansania6. Seine Verwandtschaft besiedelt dort Lebensräume von Trockengebieten mit weniger als 250 Millimetern Regen im Jahr bis zu feuchten Wäldern7.
Jahrzehntelang hieß er Sansevieria trifasciata. Seit Erbgut-Analysen gezeigt haben, dass die Sansevierien mitten im Stammbaum der Drachenbäume stehen, heißt er offiziell Dracaena trifasciata8. Und der Name Bogenhanf? Aus den zähen Blattfasern verschiedener Sansevierien wurden in Afrika und Indien Bogensehnen, Schnüre und Matten gemacht; im Zweiten Weltkrieg testeten die USA den Bogenhanf sogar als Ersatz für Sisal7.
Vorsicht
Der Bogenhanf enthält Saponine. Für Katzen und Hunde ist er giftig: Knabbern sie daran, kann das zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen9. Die RHS nennt ihn giftig und rät, ihn außer Reichweite von Kindern und Tieren zu stellen. Der Pflanzensaft kann die Haut reizen – beim Teilen oder Schneiden am besten Handschuhe tragen10.
Pflege
Licht. Am liebsten hell, ohne pralle Mittagssonne im Sommer. In dunkleren Ecken wächst er nur sehr langsam10.
Wasser. Lieber zu wenig als zu viel: Gieß erst, wenn die Erde komplett durchgetrocknet ist (Fingerprobe bis ganz unten) – als Faustregel im Sommer alle zwei bis drei Wochen, im Winter oft nur einmal im Monat. Gieß auf die Erde, nicht in die Blattrosette, und kipp Wasser im Übertopf weg, damit keine Staunässe entsteht.
Temperatur & Luftfeuchte. 15–24 °C sind ideal10; die RHS nennt als Minimum 5–10 °C, sicherer bleibst du über 10 °C11. Trockene Heizungsluft stört ihn nicht – nicht besprühen.
Erde, Topf & Umtopfen. Durchlässige Kakteenerde oder Zimmerpflanzenerde mit einem Drittel Sand oder Splitt10. Als Faustregel verhindert ein schwerer Topf mit Abzugsloch, dass die hohen Blätter alles umkippen. Ton passt gut: Darin trocknet die Erde schneller12. Umtopfen erst, wenn der Topf durchwurzelt ist, in einen nur wenig größeren Topf10 – als Faustregel alle zwei bis vier Jahre im Frühjahr.
Düngen. Von April bis September etwa einmal im Monat mit flüssigem Zimmerpflanzen- oder Kakteendünger10; als Faustregel im Winter gar nicht.
Extras
Manchmal blüht er: An einem langen Stiel öffnen sich grünlich-weiße Blüten, die gegen Abend zu duften beginnen7.


Symptome & Hilfe
| zu wenig | zu viel | |||
|---|---|---|---|---|
| Wasser | Blätter werden runzelig, die unteren trocknen ein. → Gründlich durchgießen, Überschuss nach 15 Minuten abgießen. | Blätter weich oder gelb, die Pflanze neigt sich oder wackelt; die Erde bleibt nass. → Austopfen, faule Teile wegschneiden, in frische, trockene Kakteenerde setzen und erst wieder gießen, wenn die Erde abgetrocknet ist. | ||
| Licht | Kaum neue Blätter; Blätter werden lang, dünn und kippen, die Farbe wird blass. → Näher ans Fenster stellen und noch sparsamer gießen. | Hellgelbe bis braune, trockene Flecken auf der Sonnenseite. → Aus der Mittagssonne nehmen, langsam an mehr Sonne gewöhnen. Verbrannte Stellen bleiben. | ||
| Wärme | Geschädigte Blätter – oft nach einer Nacht am kalten Fenster oder im Durchzug. → Wärmer stellen, trocken halten, stark geschädigte Blätter am Grund abschneiden. |
Zum Mitnehmen
- PflanzenkarteVorder- und Rückseite im Format A6 quer – zum Ausdrucken und Danebenstellen
- PDF ↓
Hinweise zu den Dateien: Drucken & Gravieren
Lizenz und Namensnennung für die Steckschilder: Lies-mich (TXT)
Quellen
- Lüttge, U. (2004): Ecophysiology of Crassulacean Acid Metabolism (CAM). Annals of Botany 93, 629–652. doi:10.1093/aob/mch087
- Berger, J., Essah, E. & Blanuša, T. (2024): The impact of plants on the humidity of naturally-ventilated office indoor environments. Journal of Building Engineering 86, 108814. doi:10.1016/j.jobe.2024.108814
- Lee, M., Lee, J., Park, B.-J. & Miyazaki, Y. (2015): Interaction with indoor plants may reduce psychological and physiological stress by suppressing autonomic nervous system activity in young adults: a randomized crossover study. Journal of Physiological Anthropology 34, 21. doi:10.1186/s40101-015-0060-8
- Wolverton, B. C., Johnson, A. & Bounds, K. (1989): Interior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement. NASA Technical Memorandum TM-101766. https://ntrs.nasa.gov/citations/19930073077
- Cummings, B. E. & Waring, M. S. (2020): Potted plants do not improve indoor air quality: a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology 30, 253–261. doi:10.1038/s41370-019-0175-9
- Royal Botanic Gardens, Kew: Dracaena trifasciata (Prain) Mabb. Plants of the World Online. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:77164235-1 (abgerufen am 11.10.2026)
- PROSEA (Plant Resources of South-East Asia): Sansevieria Thunb. PROSEA 17: Fibre plants, via Pl@ntUse. https://uses.plantnet-project.org/en/Sansevieria_Thunb._(PROSEA) (abgerufen am 11.10.2026)
- Takawira-Nyenya, R., Mucina, L., Cardinal-McTeague, W. M. & Thiele, K. R. (2018): Sansevieria (Asparagaceae, Nolinoideae) is a herbaceous clade within Dracaena. Phytotaxa 376(6), 254–276. doi:10.11646/phytotaxa.376.6.2
- ASPCA Animal Poison Control Center: Snake Plant (Sansevieria trifasciata). Toxic and Non-Toxic Plant List. https://www.aspca.org/pet-care/animal-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants/snake-plant (abgerufen am 11.10.2026)
- Royal Horticultural Society: How to grow sansevieria. RHS Growing Guides. https://www.rhs.org.uk/plants/sansevieria/growing-guide (abgerufen am 11.10.2026)
- Royal Horticultural Society: Sansevieria trifasciata (mother-in-law's tongue). RHS Plants. https://www.rhs.org.uk/plants/16430/sansevieria-trifasciata/details (abgerufen am 12.10.2026)
- Steil, A. (2024): Growing Succulents Indoors. Iowa State University Extension and Outreach, Yard and Garden. https://yardandgarden.extension.iastate.edu/how-to/growing-succulents-indoors (abgerufen am 14.10.2026)
- Missouri Botanical Garden: Dracaena trifasciata. Plant Finder. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=b617 (abgerufen am 12.10.2026)
- Royal Horticultural Society: How to take cuttings from houseplants. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/types/houseplants/how-to-take-cuttings-from-houseplants (abgerufen am 14.10.2026)
- DelPrince, J. M. & Perry, J. H. (2021): Care & Selection of Indoor Plants. Mississippi State University Extension, Publication 1012. https://extension.msstate.edu/publications/care-selection-indoor-plants (abgerufen am 11.10.2026)
- Royal Horticultural Society: Palms: indoors. RHS Advice. https://www.rhs.org.uk/plants/types/trees/indoor-palms (abgerufen am 12.10.2026)
